Behandlung

Bei Depressionen und Ängsten kann man heute effektive Hilfe erhalten. Eine verlässliche Hilfe ist und bleibt die Psychotherapie, insbesondere in Kombination mit medikamentöser Therapie.

Die Behandlung erfolgt in mehreren Schritten bzw. in unterschiedlichen Methoden:

Diagnose
Der erste Gang sollte zum Arzt führen. Handelt es sich wirklich um eine Depression oder um Ängste? Diese Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Er wird zunächst auch körperliche Erkrankungen ausschließen.
Medikamente
Psychopharmaka und Antidepressiva haben zu Unrecht einen schlechten Ruf. Es gibt mittlerweile sehr moderne Medikamente mit nur geringen Nebenwirkungen. Von einer "chemischen Keule", von "Ruhigstellung" oder von einer veränderten Persönlichkeit kann nicht die Rede sein.
Psychotherapie
Medikamente allein beseitigen nicht die Ursachen einer psychischen Erkrankung. Die Psychotherapie ist jedoch eine verlässliche Hilfe, um wieder gesund zu werden.
Sonstige Behandlungsmethoden
Neben medikamentöser und Psychotherapie gibt es noch zahlreiche andere Methoden zur Bekämpfung psychischer Krankheiten, die nicht immer völlig unumstritten sind.

Die allerersten Maßnahmen

Depressionen und Ängste können jeden treffen. Doch man ist diesen Krankheiten nicht hoffnungslos ausgeliefert. Es gibt heutzutage gute Behandlungsmöglichkeiten, so dass man wieder gesund werden kann oder zumindest lernt, mit der Krankheit umzugehen, damit man wieder ein normales Leben führen kann. Allerdings: man muss den ersten Schritt tun!

Der erste Schritt ist immer auch der Schwerste. Vielleicht kann man eine Vertrauensperson mit einbeziehen oder um Hilfe bitten.
Dann sollte der Weg einen erstmal zum Hausarzt führen. Der kann einen langjährigen Patienten sicher am besten einschätzen. Leider muss man aber auch sagen, dass viele Depressionen von Hausärzten nicht erkannt oder falsch behandelt werden. Deswegen ist manchmal auch der direkte Gang zum Psychiater/Neurologen sinnvoll. Dahin sollte der Hausarzt einen ohnehin überweisen, wenn er nicht selbst ausreichende Erfahrung in der Behandlung mit psychischen Erkrankungen hat.

Wer ganz alleine ist und glaubt, den ersten Schritt nicht zu schaffen, kann sich z. B. an den sozialpsychiatrischen Dienst oder die Telefonseelsorge wenden. Auch im Internet findet man viele Informationen und Hilfe, man kann sich auch in diversen Foren mit anderen Betroffenen austauschen. Das alles kann motivieren, sich letztendlich doch ein Herz zu fassen und einen Arzt aufzusuchen.

Zweifel

Depressionen und Ängste bringen es mit sich, dass man selbst zweifelt, ob man wirklich krank ist und einen Arzt nötig hat. Man meint, man müsse sich nur zusammenreißen. Man befürchtet, anderen, die es viel nötiger haben, einen Therapieplatz wegzunehmen. Und anderen Menschen geht es doch noch viel schlechter als einem selbst...
Dabei ist das subjektive Empfinden ausschlaggebend. Wer in einer Lebenskrise steckt, dauerhaft unter einer Situation leidet, der hat durchaus die Berechtigung, einen Therapeuten aufzusuchen. Nicht immer ist nur ausschlaggebend, dass Symptome diagnostiziert werden, die laut dem ICD-10 einer psychischen Krankheit zuzuordnen sind. Die "Einstufung" der Probleme kann sowieso besser der Fachmann vornehmen, noch dazu als Außenstehender. Eine Selbstdiagnose ist völlig unangebracht.
Aus der Sicht des Therapeuten schildert das Michael Groß auf seiner Homepage.

Manch einer meint, er könne einem Therapeuten doch gar keine Gründe für sein schlechtes Befinden nenne, wie solle der einem denn da helfen? Doch genau das ist die Aufgabe eines Therapeuten. Könnte man auf Anhieb bei psychischen Problemen bei sich selbst die Ursachen erkennen, wäre man evtl. nicht mal auf professionelle Hilfe angewiesen.
Doch selbst wenn man die Ursachen kennt, heißt das noch lange nicht, dass man diese verarbeitet hat bzw. seine Verhaltensweise entsprechend ändern kann. Ein Therapeut kann einem dabei helfen.
Sicher muss man seine Probleme letztendlich selbst lösen. Allein jedoch vor einem großen Berg von Aufgaben zu stehen, ist viel schwieriger, als wenn man die Unterstützung eines Profis bekommt, der einem zur Seite steht.

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