Angehörige

Es ist nicht leicht, als Angehöriger oder Freund mit einem psychisch Kranken umzugehen. Oft meint man es gut mit seinem Verhalten, erreicht beim Betroffenen damit aber nur, dass dieser sich noch schlechter fühlt. Wie soll man sich als Außenstehender am besten verhalten?

Das Wichtigste im Umgang mit einem Depressiven oder Angstkranken ist Verständnis - was besonders schwierig ist, da man sich nicht wirklich in die Lage des anderen versetzen kann. Als Außenstehender kann man in keiner Weise nachvollziehen, wie quälend Ängste und Depressionen sind. So ist es nicht verwunderlich, dass der Betroffene glaubt, er sei der einzige Mensch auf der Welt, der in dieser Art und Weise fühlt und denkt. Sehr wichtig ist deshalb auch, dass man sich informiert. Der Betroffene selbst kann nur schwer vermitteln, was für Bedürfnisse er hat. Er hat ohnehin schon das Gefühl, eine Last zu sein, also wird er sich auch zurückhalten mit dem Äußern von Wünschen. Auch wenn der Kranke nicht besonders belastbar ist und auch keine Entscheidungen treffen kann - man sollte ihn dennoch mit einbeziehen. Depressionen und Ängste beeinflussen die Gefühle - aber nicht die Intelligenz. Man sollte also keinesfalls über den Kopf des Kranken hinweg bestimmen, sondern kann ihn durchaus nach seiner Meinung fragen.

Was man als Angehöriger unbedingt vermeiden sollte

Diese und ähnliche Aussprüche sollte man unbedingt unterlassen:

Wie verhält man sich richtig als Angehöriger?

Folgende Aussprüche sind angebracht:

Suizidalität

In jedem Fall ernst genommen werden müssen Äußerungen zum Suizid. Fast jeder Selbstmord wird vom Betroffenen im Vorfeld angekündigt. Man kann nicht davon ausgehen, dass derjenige es dann "ja doch nicht in die Tat umsetzt". Wenn der Kranke schon so weit ist, dass er lebensmüde Gedanken äußert, ist das ein lautstarker Hilferuf. Suizidgedanken, -pläne, -wünsche sind Ausdruck eines "Tunnelblicks", einer Einengung der Sichtweise durch objektive und subjektive Not, andere Seiten des Lebens können in dieser Situation nicht mehr wahrgenommen werden. Spätestens dann ist professionelle Hilfe hinzuzuziehen, evtl. sogar gegen den Willen des Patienten. Die Vorwürfe, die man sich machen würde, wenn der Suizid gelänge, wären sehr viel größer als diejenigen, die der Patient in der gerade konkreten Situation einem macht! Andererseits kann eine solche Behandlung als kaum aushaltbare Kränkung erlebt werden. Die komplette Verantwortung kann sowieso niemand für jemand anderes übernehmen. Letztlich kann man niemanden davon abhalten, sich das Leben zu nehmen.
Nach wie vor die beste Lösung: sprechen Sie mit dem Betroffenen offen über Suizid! Schließen Sie einen Vertrag mit ihm, nehmen Sie ihm zumindest das Versprechen ab, dass er sich nichts antut bis zum nächsten Arztbesuch. Schenken Sie dem Betroffenen Aufmerksamkeit. Vielleicht gelingt es, mit dem Betroffenen zusammen einen Termin beim Arzt, Therapeuten oder einer Beratungsstelle auszumachen.

Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention hat eine hilfreiche Internetseite, auf der unter anderem Leitpunkte aufgeführt sind für ein Telefongespräch mit einem Suizidalen, die jedoch wohl auch allgemeingültig angewendet werden können

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